Gefunden?!

Ein Bericht über die Sommerfreizeit 2019 von – Johannes Thurk Freizeitmitarbeiter

Wir lagen in einer Fundkiste. Vielleicht in der Fundkiste von Gott?

„Wir hatten uns verloren.“ – Ich glaube, dass trifft es ganz gut. Verloren

irgendwo in Kroatien. Nicht umsonst fiel es manchmal schwer nachts

ohne Licht zu seinem Zelt zurückfinden, und nicht umsonst stand die

diesjährige Sommerfreizeit unter dem Motto: „Lost and found“

Doch dass wir gefunden wurden, fühlte sich am Anfang mit den insgesamt 60

Teilnehmenden nicht so an.

Die Fähre rüber zur Insel war mit Gepäck, Urlaubern und nervigem Gequengel überfüllt, und für die Idylle, in der sich Eidechsen und Seeigel versteckt hielten hatten wir noch gar keinen wirklichen Blick. Nur dass alle die Busfahrt überlebt hatten, nur dass alles Gepäck unversehrt rüber zur Insel gebracht war, nur dass alle vollzählig waren. Vollzählig doch nicht wirklich angekommen. Hier und

doch woanders. Hier auf dem Campingplatz, die Füße in den

Wasserschuhen wegen der spitzen Steine an der Bucht. Der Kopf im

Himmel wo sich erst in der zweiten Woche ein paar Wolken blicken ließen.

Doch nach einigen Atemzügen und einige – von dem exzellenten Küchenteam vorbereitete – Mahlzeiten später, war man auch schon mittendrin.

Mittendrin im Gestrüpp auf dem Gelände wo wir „capture the flag“ spielten, und uns Wasserschlachten lieferten.

Mittendrin in den Themeneinheiten und geistigen Impulsen unter dem Pavillon, und der improvisierten Konzerthalle der Band.

Mittendrin in den Mitarbeiter-Besprechungen, so früh, dass selbst der kroatische Hahn noch seinen Schlaf benötigte bzw. der Weckdienst.

Mittendrin in Gesprächen um Glauben in den Lebensgruppen, und Klamauk am Essenstisch.

Mittendrin in allen Überraschungspartys, die eine Sommerfreizeit so für einen plant.

Und der klug durchdachte Plan von uns Mitarbeitern gelang schließlich doch durch Besprechungen in letzter Sekunde, Spontanität und viel Kaffee zur

vergnüglichen Visualisierung.  

Da gab es den Tag auf dem gemietetem

Boot, das durch eine Küste segelte, blauer als der Gemütszustand

während der Themeneinheit: „Abgesoffen- Schiffbruch in meinem Leben“.

Da gab es das Theaterstück mit einem Hollywood reifem Drehbuch, und mit während der Nachtschicht auswendig gelernten, mit Edding markierten Texten.

Wir waren nun schon seit gestern auf der Insel, der Zeitstrahl war so

überfüllt, dass man schon gar nicht mehr die Tage vor lauter

Programmpunkten sehen konnte, gestern waren bei uns knapp zwei

Wochen voller aufgeschürfter Kniee, kaum getrockneter Badesachen und

moderner Lobpreislieder im matten Licht der Laternen. Eine intensive

Zeit, wo man immer wieder ins kalte Wasser springen musste, nicht nur

beim Klippen springen. Ins kalte Wasser der Herausforderungen die im

Gestrüpp der Waldwege lauerten, und mit Gruselmaske und hohem

Erschreck Faktor heraussprangen. Doch wenn man erstmal im kaltem

Wasser einige Bahnen zieht, etwas hin und her schwimmt, so wachsen

langsam Schwimmhäute an den anfangs noch zitternden Fingern, so wird

es wärmer und wärmer. Und als wir am letzten Abend, nach einem

gelungenem feiern und dem finalen Akt des Theaters auf unsere Finger

herabblickten, so bemerkten wir all dies. Immer wenn alles zu Ende geht,

der Popcorn Becher geleert wurde, und langsam der Abspann über die

Kinoleinwand läuft, versteht man meistens erst was für ein Film vor den eigenen Augen lief.

Wir lagen in einer Fundkiste. Ich bin mir ziemlich sicher es war die

Fundkiste von Gott. Weil er uns gefunden hatte. Gefunden irgendwo in

Kroatien. Nicht umsonst fand man immer nachts ohne Licht zu seinem

Zelt zurück, und nicht umsonst stand die diesjährige Sommerfreizeit

unter dem Motto: „Lost and found“.